Unter Ökostrom versteht man Strom, der aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird - im Gegensatz zu Strom, der aus fossilen Brennstoffen bzw. in Atomkraftwerken erzeugt wird. Zu den regenerativen, also erneuerbaren, Energiequellen gehören in erster Linie Solarenergie, Wasser- und Windkraft - diese sind nach menschlichen Maßstäben unbegrenzt verfügbar.

Auch Strom aus Biomasse - also der Verbrennung von nachwachsenden Rohstoffen wie Holz oder andere Pflanzenbestandteilen - wird als erneuerbare Energie bezeichnet. Strom, der mit Hilfe von Deponie-, Klär- oder Grubengas erzeugt wird, wird zwar nicht im engeren Sinne aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen, gilt dennoch als ökologisch erzeugter Strom, da ohnehin anfallende schädliche Emissionen umgewandelt werden anstatt fossile Ressourcen zu verbrauchen.

Einen Sonderfall stellt die Energieerzeugung mit Hilfe von Kraft-Wärme-Kopplung dar. In diesen Anlagen werden Strom und Heizwärme zugleich produziert. Während bei der reinen Stromerzeugung lediglich 30% bis 40% der erzeugten Energie tatsächlich in Elektrizität umgesetzt wird und der Rest der Energie quasi verloren geht, wird bei der Kraft-Wärme-Kopplung die entstandene Abwärme in Heizenergie umgeleitet und meist über Fernwärmenetze weitergeleitet. Dadurch können 80% bis 90% der erzeugten Energie verwertet werden. Die Kraft-Wärme-Kopplung steigert die Effizienz von Verbrennungskraftwerken also enorm und hilft so, Ressourcen zu sparen und schädliche Emissionen zu reduzieren. In der Regel wird sie bei allerdings bei Kohlekraftwerken eingesetzt - d. h. der gewonnene Strom ist zwar verhältnismäßig umweltfreundlich produziert, stammt aber nicht aus regenerierbaren Energiequellen. Zu Ökostrom im engeren Sinne wird Energie aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen erst, wenn sie bei der Verfeuerung von Biomasse entsteht. Allerdings ist der Begriff ‚Ökostrom' nicht gesetzlich definiert.

Seit Ende 2005 müssen die Stromkonzerne auf der Stromrechnung den jeweiligen Anteil von erneuerbaren und fossilen Energieträgern am gelieferten Strom sowie die Menge des bei der Produktion anfallenden Atommülls sowie des Kohlendioxid-Ausstoßes kundtun.

Selbstredend kommt bei Kunden, die einen Ökostrom-Vertrag bei ihrem Energielieferanten abgeschlossen haben, nach wie vor derselbe Strom aus der Steckdose, wie bei allen anderen Stromkunden auch. Die Elektrizität selbst kann nicht nach Herkunft sortiert und an bestimmte Verbraucher verteilt werden. Entscheidend ist vielmehr, welche Menge von auf eine bestimmte Art und Weise produziertem Strom in das Stromnetz eingeleitet wird: Der Ökostrom-Anbieter verpflichtet sich, die vom Stromkunden gekaufte Strommenge ökologisch zu produzieren und in das allgemeine Stromnetz einzuspeisen. Je mehr Kunden auf Ökostrom umsteigen, umso höher ist der Anteil an ökologisch produzierten Strom am gesamten Energieverbrauch - und um so eher werden weitere Ökostrom-Kraftwerke gebaut.

In den letzten Jahren ist das Angebot an Ökostrom aufgrund hoher Nachfrage beständig gestiegen - nach den auf Ökostrom spezialisierten Pionieren stiegen auch Großkonzerne in den Markt ein. Darüber hinaus kann Ökostrom bezüglich des Preises zwar nicht mit den ausgesprochenen Billig-Anbietern konkurrieren, ist aber mittlerweile keineswegs mehr grundsätzlich teurer als Normalstrom; manchmal sogar billiger als konventionelle Tarife. Stromanbieter vergleichen kann sich auch beim Ökostrom lohnen.

Bei der Wahl des geeigneten Tarifs sollte der umweltbewusste Verbraucher allerdings auch einen Blick auf die Vertragsdetails werfen. Der ‚Energie-Mix' der unterschiedlichen Tarife kann von Anbieter zu Anbieter durchaus variieren.

Außerdem verkaufen manche Anbieter lediglich Ökostrom aus schon lange bestehenden Kraftwerken, während andere in den Aus- und Neubau von Ökostrom-Kraftwerken investieren. Einen Hinweis darauf, ob der gewählte Tarif geeignet ist, den Neubau umweltschonender Anlagen zu fördern und damit die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und Atomkraft zu reduzieren, geben u. a. Gütesiegel der Verbraucher- und Umweltverbände wie das ‚ok-power-Label' oder das ‚Grüner Strom Label'.



Ökostrom und Umwelt

Energiequellen für Ökostrom


Windenergie: Der Strom wird hier mit Hilfe von Windrädern erzeugt. Windkraft hat in Deutschland den größten Anteil an der Erzeugung von Ökostrom.

Solarenergie: Die Solarenergie, auch Photovoltaik genannt, spielt in Zukunft eine immer größere Rolle. Es gibt Überlegungen in den Wüstengebieten Afrikas und Amerikas riesige Solarfelder zu errichten und dort den Strom ins weltweite Stromnetz einzuspeisen. In unseren Breitengraden ist die Solarenergie hingegen auf Grund von verhältnismäßig wenig Sonnentagen und des noch nicht ganz ausgereiften Wirkungsgrades nur durch Subventionen wettbewerbsfähig.

Solarthermie: Bei der Solarthermie wird der Strom nicht direkt erzeugt sondern Wasser stark erhitzt, so dass Dampf entsteht. Dieser Wasserdampf treibt dann Turbinen an. Diese Form der Energiegewinnung ist in "heißen" Ländern interessant. Das Prinzip von solchen Anlagen ist mit einem Solarofen zu vergleichen.

Wasserkraft: Bei der Stromerzeugung aus Wasserkraft wird die kinetische Energie (Fließkraft) des Wassers durch Turbinen in Strom umgewandelt. Vor allem in Skandinavien ist die Erzeugung von Strom durch Wasserkraft sehr stark verbreitet. Im Gegensatz zu China oder Brasilien werden in Europa allerdings keine ganz großen Wasserkraftwerke betrieben, da hierzu erhebliche in die Umwelt eingegriffen werden muss z.B. durch die Erstellung von Stauseen und die damit verbundene Flutung ganzer Regionen inkl. Ortschaften.

Biogas: In Biogasanlagen werden pflanzliche oder tierische Abfälle (z.B. Gülle) dazu verwendet, Gas zu erzeugen. Dieses Gas kann klimaneutral in Strom und Wärme umgewandelt werden. Diese Form der Stromerzeugung wird vor allem im ländlichen Raum recht häufig genutzt.

Biomasse: Hierzu werden Pflanzen angebaut, die als Brennstoff für Kraftwerke verwendet werden. Bei der Verbrennung entsteht nicht mehr CO2, als die Pflanzen während ihres Wachstuns aufgenommen haben.

Geothermie: Hier wird Energie aus Erdwärme in Strom umgewandelt z.B. durch Wärmekraftwerke. Darüber hinaus kann die Erdwärme natürlich auch direkt zum Heizen genutzt werden.