Um die jährlichen Stromkosten zu senken, bieten sich zwei Wege an: Zum einen gilt es, den eigenen Stromverbrauch zu senken - dies kommt schließlich nicht nur dem eigenen Geldbeutel, sondern auch der Umwelt zu Gute. Zum anderen sollte überprüft werden, ob ein Wechsel zu einem günstigeren Stromanbieter angeraten ist bzw. ob der derzeitige Anbieter eventuell einen dem jeweiligen Bedarf angemesseneren - sprich billigeren - Tarif im Angebot hat.

Bei der Überprüfung des Stromverbrauchs sollten mehre Aspekte bedacht werden. Zum einen steht die Ausstattung selbst auf dem Prüfstand.

Stromkosten senken

Veraltete Geräte verbrauchen oft sehr viel mehr Strom als Neugeräte der gehobenen Energieeffizienzklassen. Beispielsweise braucht eine Kühl-Gefrier-Kombination der Energieeffizienzklasse A nur 40 % des Durchschnittsverbrauchs eines vergleichbaren 15 Jahre alten Geräts. Ein Haushalt, in dem ausschließlich aktuelle Stromspar-Modelle zum Einsatz kommen, kann gegenüber einem ausschließlich mit alten Stromfressern ausgestatteten Haushalts rund die Hälfte des Energieverbrauchs einsparen. Mit dem Kauf eines Stromkostenmessgerätes lässt sich einfach und schnell feststellen, ob im Haushalt ausgesprochene ‚Stromfresser' in Betrieb sind.

Auch beim Neukauf gilt es, einen Blick auf die Verbrauchswerte zu werfen. Oft lässt sich ein eventuell höherer Anschaffungspreis durch einen geringeren Stromverbrauch mehr als ausgleichen - die Verbrauchsunterschiede zwischen ansonsten technisch ähnlichen Geräten sind in manchen Warengruppen erstaunlich.

Energiesparlampen ziehen - wie der Name schon sagt - sehr viel weniger Energie als die klassischen Glühbirnen oder Halogenlampen.

Nach der Ausstattung sollten die eigenen Nutzungsgewohnheiten überprüft werden - Bequemlichkeit und Nachlässigkeit bei der Nutzung elektrischer Geräte kann auf der Stromrechnung deutliche Spuren hinterlassen. Hierzu gehört überflüssige Festbeleuchtung ebenso wie unnötiger Stand-by-Betrieb: Manche Geräte verbrauchen im Stand-by-Modus 30 % ihrer normalen Betriebsenergie. Das mag zwar pro Gerät nur wenige Euro im Jahr ausmachen - angesichts der vielfältigen und oft auch mehrfachen Ausstattung deutscher Haushalte mit Gütern der Unterhaltungs- und Informationselektronik können sich diese unnötigen Ausgaben jedoch schnell summieren. Und auch wenn der Aus-Schalter betätigt wurde, sinkt noch längst nicht bei allen Geräten der Stromverbrauch auf Null. Einfache Abhilfe schaffen hier ausschaltbare Steckdosenleisten: Mit einem Klick lassen sich bei längeren Betriebspausen z. B. Computer und Peripheriegeräte vollständig vom Netz trennen. Allerdings: Vorsicht mit programmierbaren Geräten - die Bedienungsanleitung sollte Auskunft darüber geben, ob mit der Trennung vom Stromnetz im Gerät gespeicherte Informationen verloren gehen können.

Der zweite Schritt zur Senkung der Stromkosten bedeutet: Preise und Tarife vergleichen. Und zwar sowohl die des bisherigen Anbieters als auch die der Konkurrenz: Viele Energiekonzerne bieten unterschiedliche Tarifmodelle je nach Verbraucherprofil an.

Neben den lokalen Versorgungsunternehmen haben sich eine Reihe von weiteren Stromanbietern am Markt etabliert - zum Teil handelt es sich dabei um Tochterunternehmen der großen Stromkonzerne, zum Teil um kleinere Unternehmen, die sich zum Beispiel auf den Vertrieb ausgesprochener Billigangebote oder auf den Verkauf von Ökostrom spezialisiert haben.

Das Einsparpotenzial durch den Wechsel des Stromtarifs ist nach wie vor hoch: Obwohl bereits seit 1998 frei zwischen den unterschiedlichen Anbietern gewählt werden kann, konnten sich bisher nur eine Minderheit der Stromkunden zum Anbieterwechsel durchringen. Schätzungen zufolge liegt die mögliche Ersparnis beim Wechsel vom Normaltarif zum billigsten, in der Region verfügbaren Tarif im Durchschnitt bei mehr als 150 Euro im Jahr. Größere Familienhaushalte können sogar 300 Euro und mehr sparen.